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Grüner Wasserstoff

Der grüne Stoff aus Offshore-Windkraft

Aufgrund der hohen Volllaststunden ist Offshore-Wind hervorragend zur Wasserstoffproduktion geeignet.

Mit grünem Wasserstoff verbinden sich große Hoffnungen auf eine CO2-freie Industrie und Wirtschaft. In Bereichen der Energiewirtschaft und fertigenden Industrie wie Stahl oder Chemie, die sich nicht direkt elektrifizieren lassen, soll Wasserstoff langfristig fossile Brennstoffe wie Öl, Erdgas und Kohle ersetzen. – Dekarbonisierung heißt hier das Zauberwort. Damit jedoch auch CO2 aus dem System genommen wird und das Vorhaben mit dem Ziel der Klimaneutralität in Einklang steht, ist es entscheidend, wie der energetische Hoffnungsträger erzeugt werden soll.

Nach dem Plan der Bundesregierung sollen bis 2030 bis zu fünf Gigawatt Leistung aus On- und Offshorewind für die Erzeugung grünen Wasserstoffs sorgen. So sieht es die im Sommer 2020 verabschiedete nationale Wasserstoffstrategie vor. Die Verwendung von sogenanntem blauem Wasserstoff schließt sie dabei nicht aus. Die kurz darauf von der EU-Kommission verabschiedete Wasserstoffstrategie setzt sogar mittelfristig darauf, die bereits bestehende Wasserstoffproduktion aus Erdgas aufzurüsten und das abgespaltene Kohlendioxid in unterirdische Speicher zu verpressen (die sogenannte „Carbon Capture und Storage“-Methode, kurz CCS). CCS ist in Deutschland aufgrund fehlender Akzeptanz von Seiten der Bevölkerung nicht erlaubt.

Dabei bietet die Windenergie auf See beste Möglichkeiten den Wasserstoff „grün“ zu erzeugen, sagt BWO-Geschäftsführer, Stefan Thimm. Wir fassen die Vorzüge zusammen. 

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2020

Nachhaltige Wasserstoffwirtschaft: Vom Meer weht der Wind

Offshore Windenergie hat zusätzlich zu den hohen Volllaststunden auch ein vergleichsweise gleichmäßiges Einspeiseprofil, welches günstig für die Elektrolyseurauslegung und Auslastung ist. Durch die Umwandlung von überschüssiger Energie in grüneWasserstoff und Wärme ist es möglich, auftretende Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Außerdem bietet grüner Wasserstoff eine großartige Chance, Fortbewegungsmittel klimafreundlich anzutreiben, so kann er zum Beispiel als Kraftstoff im Flug- und Schwerlastverkehr dienen.

Die Baustellen der Offshore-Wasserstofferzeugung

Aktuell spielt die Kostenfrage noch eine große Rolle. Um eine möglichst schnelle Dekarbonisierung zu erreichen, muss Chancengleichheit hergestellt werden. Das heißt grüner Wasserstoff muss günstiger (Ausnahme von der EEG-Umlage) und fossiler Wasserstoff (über einen Co2-Preis) teurer gemacht werden. Solange das Marktumfeld keine Wirtschaftlichkeit ermöglicht, sollte auch eine finanzielle Förderung mitgedacht werden. Hinzu kommt der Ausbau von flächendeckender Wasserstoff-Pipelineinfrastruktur, der dringend benötigt wird. Neben den Kosten der grünen Wasserstofferzeugung müssen auch die Umrüstungskosten in den Anwendungsbereichen berücksichtigt werden. Außerdem darf grüner Wasserstoff die erneuerbare Stromerzeugung nicht „kannibalisieren“. Das bedeutet, dass zusätzlich zum nationalen Ausbaupfad – 20 GW Offshore-Windenergie bis 2030 – auch Leistung zur Wasserstofferzeugung eingeplant werden muss und die EEG Ausbaukorridore und Ausschreibungsvolumina angepasst werden müssen.

Keimzellen auf hoher See: Pilotprojekte

Noch existiert die Wasserstofferzeugung aus Offshore-Windkraft nur auf dem Papier. Damit der Schritt hinaus ins Meer gelingt, braucht es Testprojekte in großem Umfang. 700 Millionen Euro stellt allein das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereit. Gefördert werden drei Leitprojekte, welche von der Fertigung der Elektrolyseure im Industriemaßstab, über die Erzeugung des Wasserstoffs auf hoher See bis hin zum Massentransport des energetischen Gases (über alte Gaspipelines oder in Hochdruckbehältern) entscheidende Schritte entlang der Wertschöpfungskette erforschen. Im Corona-Konjunkturpaket sieht die Bundesregierung für den Aufbau von Produktionsanlagen und Stimulation der Wasserstoffnachfrage stolze sieben Milliarden Euro vor. Mit „Wums” setzt die Politik auch auf einen zügigen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Daher erproben große Unternehmen die Offshore-Herstellung von Wasserstoff in eigenen Projekten.

Aktuelle Projekte im Überblick:

Das Ziel von AquaVentus ist die Erzeugungsleistung von 10 Gigawatt für grünen Wasserstoff aus Offshore-Windenergie und dessen Transport an Land bis zum Jahr 2035.

Hier geht’s zur AquaVentus-Homepage.

OYSTER plant den Bau eines Elektrolyseurs, der sich in ein Offshore-Windrad integrieren lässt. Dieses Projekt soll dieses Jahr anlaufen und wird von der EU gefördert.

Hier geht’s zur Oyster-Homepage

PosHydon plant weltweit die erste Offshore-Plattform mit Elektrolyseur.

Hier geht’s zur PosHydon-Homepage

Das Ingenieur-Unternehmen Tractebel mit seiner Tochter Overdick plant eine Installation eines Elektrolyseurs und einer Entsalzungsanlage auf einer Offshore-Plattform, die aus umliegenden Windparks Strom in Wasserstoff umwandelt. 

Hier geht’s zur Tractebel-Homepage

Orsted und BP planen einen Elektrolyseur Onshore im Emsland mit Strom aus den Orsted Windparks. Das Projekt ist ein vom BMWI gefördertes Reallabor.

Hier geht’s zur Orsted-Homepage

Das Projekt „Westküste100“ rund um Orsted in Schleswig-Holstein legt seinen Schwerpunkt auf Wasserstofferzeugung.

Hier geht’s zum „Westküste100“ Projekt

Dänemark plant eine künstliche Energieinsel für Power2x.

Hier geht’s zu Dänemarks Projekt der Energieinsel

Das H2Giga Projekt des BMBF im Rahmen der Förderinitiative „Wasserstoffrepublik Deutschland“ zur serienmäßigen Herstellung von Elektrolyseuren. Es enthält eine Pilotanlage eines in eine Offshore-Windkraftanlage integrierten Elektrolyseurs. TransHyDE: Entwickelt die Transporttechnologien von Wasserstoff für eine Umnutzung des vorhandenen Gasnetzes weiter und neue Gasleitungen, Hochdruckbehälter, Flüssigtransport sowie der Transport von in Ammoniak gebundenem Wasserstoff.

Weitere Infos zum H2Giga Projekt

Aktuelle Beiträge:

Klima- und Naturschutz gemeinsam denken

Damit die Energiewende erfolgreich gelingen kann, ist es sehr wichtig Klima- und Naturschutz gemeinsam zu denken. Ziel unseres Beitritts zur OCEaN ist es, gemeinsam mit anderen Stakeholdern herauszufinden, wie der Ausbau der Offshore-Windenergie besser mit Naturschutz und gesunden Meeresökosystemen gelingen kann und unsere Erfahrungen mit unseren europäischen Partnern zu teilen.
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Kein Ausbau der Offshore-Windenergie im ersten Halbjahr 2021 – jetzt Fachkräfte halten und gleichmäßige Auslastung ermöglichen

Erstmals seit mehr als zehn Jahren wird in diesem Jahr in Deutschland kein Zubau bei der Windenergie auf See stattfinden. Diese Ausbaulücke ist nicht der Ausdruck mangelnden Interesses von Investoren oder fehlender Kraft der Industrie, sondern eine Folge von politischen Entscheidungen, deren Auswir-kungen für die Offshore-Windindustrie in Deutschland nun sichtbar werden.
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BWO: enorme Chancen für die Wirtschaft durch das Fit for 55 Package der EU

„Die EU-Kommission hat heute mit dem Fit for 55 Package einen wichtigen Impuls gegeben, um die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie wieder anzukurbeln und gleichzeitig die EU in Richtung der Klimaziele von Paris zu entwickeln. Je eher mit der notwendigen Transformation der Wirtschaft begonnen wird, umso besser ist das – für die Wirtschaft und für das Klima. Um die Klimaziele zu erreichen, benötigen wir mehr grünen Strom, mehr grünen Wasserstoff und auch mehr grenzüberschreitende Kooperationen. Gerade bei Großprojekten wie Offshore-Windparks und den dazugehörigen Netzen sehen wir immer wieder, dass eine gemeinsame Planung und Rahmen für Effizienz sorgt.“ (Stefan Thimm, Geschäftsführer BWO e.V.)
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BWO begrüßt energiepolitische Beschlüsse des Bundestages

„Mit den heutigen Beschlüssen werden dringend notwendige Voraussetzungen zur Hebung zusätzlicher Ausbaupotenziale und zur Beschleunigung des Offshore-Netzausbaus geschaffen“, sagt BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm.
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BWO begrüßt Überarbeitung der Raumordnung

. Es ist wichtig, dass für den Ausbau der Windenergie auf See deutlich mehr Flächen bereitgestellt werden, als das in dem ersten Entwurf der Fall war. Wir begrüßen es, dass hier in Nord- und Ostsee weitere geeignete Flächen gefunden wurden.
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BWO begrüßt geplante EEG-Definition von grünem Wasserstoff

Noch in dieser Legislatur muss die Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland angereizt und für ein Level-Playing-Field gesorgt werden. Unseres Erachtens besteht jedoch kein Grund für eine Beschränkung auf 6.000 Vollbenutzungsstunden, da dies die Wirtschaftlichkeit der Elektrolyseure unnötig einschränkt
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Nur Wasserstoff aus erneuerbaren Energien ist nachhaltig

Der Fokus aller Regulierungsmaßnahmen sollte dabei ganz klar auf grünem Wasserstoff liegen, da nur Wasserstoff aus erneuerbaren Energien nachhaltig ist. Sinnvoll ist auch, dass der Gesetzesentwurf das Prinzip "Nutzen statt Abregeln" stärkt.
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Wasserstoffproduktion muss durch EE-Zubau flankiert werden

Die geplante Kapazität der Elektrolyseure muss durch einen entsprechenden zusätzlichen Zubau erneuerbarer Energien flankiert werden. Die Auffassung des BMWi, bilaterale Stromverträge (PPA) seien in der Praxis nicht umsetzbar, teilen wir nicht. Im Gegenteil: PPAs wären ein einfaches und vielfach erprobtes Instrument, um die grüne Eigenschaft und Systemdienlichkeit des grünen Wasserstoffs nachzuweisen.
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BWO-Online-Diskussion: „Wasserstoff aus Offshore-Wind”

Im Video von RWE erfahren Sie, warum Differenzverträge das bessere Vergütungsmodell als das bisherige ist.
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Wasserstoff ist essenziell – aber grün muss er sein

Um Lock-in Effekte zu vermeiden muss der Fokus von Anfang an auf grünem Wasserstoff liegen. Denn nur mit Hilfe von Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen können wir unser gemeinsames europäisches Ziel der vollständigen Dekarbonisierung bis 2050 erreichen.
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