Verzögerungen beim Netzausbau gefährden Ausbauziele für Offshore-Wind

26. Januar 2024

„Die zuständigen Behörden haben heute gewarnt, dass es bei mehreren Offshore-Netzanbindungssystemen in der deutschen Nordsee zu Verzögerungen von bis zu zwei Jahren kommen wird. Diese Warnungen müssen nun analysiert werden. Sollte sich diese Situation bestätigen oder sogar verschärfen, stellt dies die gesetzlich vereinbarten Ausbauziele in Frage und sendet ein Signal der Unsicherheit in die Wertschöpfungskette“, sagt BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm.

 

„Es muss allen Beteiligten klar sein, dass es limitierende Faktoren beim Ausbau der Offshore-Windenergie gibt, die das Tempo vorgeben können. Die zentralen Engpässe sind bekannt, etwa bei den Produktionskapazitäten, den Häfen, Schiffen und nicht zuletzt den Fachkräften. Diesen limitierenden Faktoren können und müssen wir mit industriepolitischen Maßnahmen begegnen. Dafür braucht es eine umfassende Windenergie-auf-See-Strategie, die neben den energiewirtschaftlichen Fragen auch die Lieferkette und die Häfen sowie andere wichtige Infrastrukturen in den Blick nimmt. Die Offshore-Wind-Branche wirkt daran gerne mit“, fügt Thimm hinzu.

 

Hintergrund:

 

Mit Schreiben vom 26. Januar hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) der Bundesnetzagentur (BNetzA) mitgeteilt, dass es bei Netzanbindungssystemen mit einer Gesamtkapazität von sechs Gigawatt zu Verzögerungen von bis zu zwei Jahren kommen wird. Als Gründe gelten unter anderem Engpässe in der Lieferkette.