Neue Auflage der Wertschöpfungs-Studie: Offshore-Windenergie schafft über 31.000 Vollzeitstellen und 14,6 Milliarden Euro Wertschöpfung in Deutschland

Berlin, 14.04.2026 – Die vierte Auflage der Studie von wind:research im Auftrag des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO) liefert aktualisierte Zahlen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Offshore-Windenergie in DeutschlandIm Jahr 2025 waren bundesweit rund 900 Unternehmen mit etwa 31.530 Jobs (Vollzeitäquivalenten (VZÄ)) und einem Umsatzvolumen von rund 14,6 Milliarden Euro im Bereich Offshore-Wind tätig. Gleichzeitig warnt die Studie: Die inländische Wertschöpfung ist zuletzt spürbar zurückgegangen. Als Gründe hierfür werden identifiziert ein teils ungleicher internationaler Wettbewerb, stockender Ausbau der benötigten Infrastruktur, sowie mangelnde Planungssicherheit über den Ausbaupfad wie auch über Volumen und Ausgestaltung zukünftiger Auktionen.

Die Studie „Wertschöpfung der Offshore-Windenergie in Deutschland“ erscheint nun in ihrer vierten, erweiterten Auflage. wind:research analysiert dabei Marktteilnehmer, Beschäftigungszahlen und Umsätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Planung über Fertigung, Logistik und Installation bis hin zu Betrieb, Wartung und Rückbau. Die wirtschaftlichen Effekte entstehen dabei nicht nur in den Küstenregionen, sondern in erheblichem Umfang auch im Binnenland. 

Das Ergebnis: 

Die Offshore-Windenergie ist volkswirtschaftlich relevant und regional breit verankert. Nordrhein-Westfalen verzeichnet mit rund 6.300 VZÄ den höchsten Beschäftigungsumfang, Baden-Württemberg nimmt mit rund 5,0 Milliarden Euro Umsatz eine führende Position ein. Dennoch zeigen Insolvenzen von Marktteilnehmern und ein sinkender Spezialisierungsgrad als Symptome, dass die Branche unter Druck steht

Ausschreibungsdesign und Netzausbau beeinflussen die Wertschöpfung 

„Diese Studie belegt eindrücklich, dass die Offshore-Windenergie keine Nischenbranche ist – sie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der Arbeitsplätze in der Fläche sichert, von der Küste bis ins Binnenland. Zugleich zeigt sie: Wenn Netzanbindungen stocken und Ausschreibungen scheitern, leidet die gesamte Wertschöpfungskette“, sagt Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie Offshore. „Die gescheiterte Ausschreibungsrunde 2025 war ein Alarmsignal. Ohne ein funktionierendes Auktionsdesign und verlässliche Rahmenbedingungen werden Investitionen verschoben und Kapazitäten abgebaut.“ 

Szenarien zeigen: WindSeeG-Ziele sind Voraussetzung für Wachstum bei Beschäftigung und Wertschöpfung 

Die Studie modelliert vier Ausbauszenarien bis 2045 – vom gesetzlichen Zielpfad gemäß WindSeeG über einen starken Ausbau mit internationaler Kooperation bis hin zu einem gehemmten und einem stark gehemmten Ausbau. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wenn die WindSeeG-Ziele – mindestens 40 GW bis 2035 und 70 GW bis 2045 – eingehalten werden, kann die Beschäftigung in der deutschen Offshore-Windbranche bis 2045 auf über 120.000 Vollzeitäquivalente anwachsen und der Branchenumsatz deutlich zulegen. In Szenarien mit geringerer Ausbaudynamik bleibt das Wachstum hingegen weit hinter diesem Potenzial zurück. Ergänzende Unterszenarien zur lokalen Wertschöpfung zeigen zudem, dass gleiche Ausbauziele zu sehr unterschiedlichen Effekten für die deutsche Wirtschaft führen können – je nachdem, ob industrielle Kapazitäten und Leistungen im Inland gesichert oder ins Ausland verlagert werden.  

„Die Studie macht deutlich, dass der weitere Ausbau der Offshore-Windenergie nicht nur energie-, sondern auch industrie- und wirtschaftspolitisch von zentraler Bedeutung ist. Drei Voraussetzungen haben dabei Priorität: ein reformiertes Ausschreibungssystem mit ausreichender Investitionssicherheit, ein beschleunigter und synchronisierter Netzausbau sowie die konsequente Sicherung industrieller Fertigungs- und Lieferkettenkapazitäten in Deutschland und Europa. Nur so lässt sich das Potenzial der Offshore-Windenergie für Wirtschaft und Beschäftigung langfristig heben“, sagt Thimm. 

Hintergrund zur Studie

Die Studie „Wertschöpfung der Offshore-Windenergie in Deutschland: Regionale Verteilung und Entwicklung der Marktteilnehmer und der Arbeitsplätze“ von wind:research (trend:research GmbH) erscheint in ihrer vierten, erweiterten Auflage (April 2026). Seit der ersten Auflage liefert sie regelmäßig aktualisierte Marktdaten zur Wertschöpfung der deutschen Offshore-Windbranche und hat sich als Standardreferenz in der energie- und industriepolitischen Debatte etabliert. Sie wurde im Auftrag des BWO e.V. und unter Mitwirkung zahlreicher Förderpartner aus der Offshore-Windbranche erstellt. Grundlage sind die Auswertung von über 160 Studien und Gutachten, eine umfangreiche Recherche zu rund 3.300 Marktteilnehmern sowie eine Online-Befragung und Experteninterviews. Ziel ist es, die aktuelle energie- und industriepolitische Debatte mit belastbaren Marktdaten zur Wertschöpfung der Offshore-Windenergie in Deutschland zu fundieren. 

Über den BWO

Der Bundesverband Windenergie Offshore e.V. (BWO) ist die politische Interessenvertretung der Offshore-Wind-Branche in Deutschland. Wir bündeln die fachliche Expertise der Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von den Herstellern über die Entwickler und Betreiber bis hin zu den Dienstleistern der Offshore-Windenergie. Für Politik und Behörden auf Bundes- und Landesebene ist der BWO zentraler Ansprechpartner zu allen Fragen der Windenergie auf See.