Pressemitteilung:

Bundesrat stärkt Offshore-Wind-Ausbau: BWO sieht zentrale Reformvorschläge bestätigt

Berlin, 12. Juni 2026. Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) begrüßt die heute vom Bundesrat verabschiedete Entschließung zum Offshore-Wind-Ausbau. Der Verband sieht zentrale eigene Reformvorschläge aufgegriffen – von einem Ausschreibungsdesign mit zweiseitigen Differenzverträgen (CfD) bis hin zu grenzüberschreitenden Kooperationsmodellen. Der BWO fordert die Bundesregierung auf, die Empfehlungen des Bundesrates zügig in die angekündigte Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes zu überführen.

„Wir begrüßen die Entschließung des Bundesrates ausdrücklich. Die Länder benennen die zentralen Handlungsbedarfe unserer Branche. Die gescheiterte Offshore-Wind-Auktion 2025, das Aussetzen der Auktionen 2026 und die anhaltende Diskussion über die Unsicherheiten bei der Realisierung einzelner bezuschlagter Projekte zeigen, dass das bestehende Ausschreibungsdesign reformiert werden muss. Deutschland braucht jetzt ein indexiertes, zweiseitiges CfD-Only-Modell. Es verbessert die Finanzierungsbedingungen, erhöht die Realisierungswahrscheinlichkeit von Projekten und schafft Planungssicherheit für Investoren, Lieferketten und Industrie. Nur so können Offshore-Wind-Projekte weiterhin verlässlich umgesetzt werden“, erklärt BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm.

Reform des Ausschreibungsdesigns vorantreiben

Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, spätestens vor der Sommerpause 2026 einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Windenergie-auf-See-Gesetzes vorzulegen. Aus Sicht des BWO ist dies notwendig, damit das neue Ausschreibungsdesign rechtzeitig für die Ausschreibungen ab 2027 in Kraft treten kann. Unternehmen benötigen ausreichend Vorlauf, um ihre Investitions- und Projektplanungen an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

Der Verband unterstützt die Forderung des Bundesrates, sich den bereits bezuschlagten Offshore-Windflächen anzunehmen. Der BWO schlägt einen gesetzlich geregelten Mechanismus für die freiwillige Rückgabeoption und schnelle Neuausschreibung der zwischen 2023 und 2025 vergebenen Flächen vor, falls einzelne Projekte unter den gegebenen Bedingungen nicht mehr darstellbar erscheinen. Ziel ist es, mögliche einzelne Nichtrealisierungsfälle frühzeitig zu klären und langfristige Blockaden von Flächen und Netzanbindungskapazitäten zu vermeiden. Dadurch werden Risiken für den Ausbaupfad, die Lieferketten und den Industriestandort Deutschland begrenzt.

Ausbauziele sichern und europäische Potenziale nutzen

Positiv bewertet der BWO außerdem die Unterstützung des Bundesrates für grenzüberschreitende Kooperationsmodelle sowie die Bekräftigung des gesetzlich festgelegten Ausbauziels von mindestens 70 Gigawatt Offshore-Windleistung bis 2045.

Eine von BWO und BDEW gemeinsam initiierte Studie des Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme zeigt, dass neben hybrid-Projekten die direkte Anbindung von Offshore-Windparks in den ausschließlichen Wirtschaftszonen benachbarter Staaten an das deutsche Stromnetz die Stromerträge um bis zu 13 Prozent erhöhen kann, bei zugleich bis zu 11 Prozent niedrigeren Kosten. Voraussetzung hierfür sind geeignete rechtliche Rahmenbedingungen sowie eine stärkere länderübergreifende Zusammenarbeit bei Flächennutzung und Netzanbindung innerhalb Europas. Die vom Bundesrat angestoßene Debatte ist aus Sicht des BWO ein wichtiger Schritt, um diese Potenziale künftig zu erschließen.

Hintergrund zu Entschließung des Bundesrates

Die Entschließung des Bundesrates „Verlässliche Umsetzung des Offshore-Windenergieausbaus“ wurde von den Ländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen eingebracht. Sie wurde am 12. Juni 2026 vom Bundesrat verabschiedet (Drucksache 245/26).

Über den BWO

Der Bundesverband Windenergie Offshore e.V. (BWO) ist die politische Interessenvertretung der Offshore-Wind-Branche in Deutschland. Wir bündeln die fachliche Expertise der Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von den Herstellern über die Entwickler und Betreiber bis hin zu den Dienstleistern der Offshore-Windenergie. Für Politik und Behörden auf Bundes- und Landesebene ist der BWO zentraler Ansprechpartner zu allen Fragen der Windenergie auf See.