BWO-Stellungnahme: Entwurf des Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 (Version 2025)
“In dieser Stellungnahme zur Konsultation des ersten Entwurfs des Netzentwicklungsplans 2037/2045 (2025) adressiert der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) vor allem die Optimierungsmaßnahmen aus dem Kapitel „5.2 Offshore-Optimierung“.
Der BWO begrüßt grundsätzlich die Diskussion und Anwendung von Offshore Optimierungsmaßnahmen. Diese Punkte wurden auch ausführlich in der BWO-Stellungnahme zur „Windenergie auf See-Gesetz“-Konsultation 2025 ausgeführt. Aus Sicht des BWO wird im Netzentwicklungsplan-Entwurf allerdings eine falsche und teils zu einseitige Schwerpunkt-setzung der Optimierungsmaßnahmen vorgenommen.
Unsere Forderungen:
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Offshore-Optimierungsmaßnahmen ganzheitlicher denken. Aus Sicht des BWO muss daher der im vorliegenden Erstentwurf des NEP vor allem adressierten Überbauung, bzw. der Spitzenkappung entgegengestellt werden, dass dies nur eine von vielen Maßnahmen zur Optimierung ist. Andere Maßnahmen [u.a. Reduzierung von Leistungsdichten auf unter 10 MW/km²; radiale Anbindung von Flächen in DK oder NL] zur Erhöhung von Volllaststunden sollten gleichberechtigt diskutiert, evaluiert und bei Eignung implementiert werden.
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Die einseitige Netzkostenoptimierung darf nicht der alleinige Fokus einer kosteneffizienten Ausbauplanung sein.
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Fokus auf die Beseitigung landseitiger Netzengpässe legen, um die Netzkosten zu reduzieren und das volle Potenzial der Offshore-Anbindungssysteme nutzen zu können.
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Prüfen und Umsetzen von radialen Anbindungen von OWP in Nachbarstaaten. Offshore-Windparks in dänischer oder niederländischer AWZ, die unmittelbar ans deutsche Netz angeschlossen werden, könnten aus Sicht des BWO auf das nationale Ausbauziel angerechnet werden und besonders ertragreiche Flächen mit hohen Volllaststunden erschlossen werden.
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Offshore Elektrolyse als langfristige Option nicht aus den Augen verlieren.“