WindSeeG: BWO fordert zweiseitigen indexierten CfD-only als Standard
Der BWO begrüßt, dass der Entwurf das Ausbauziel von mindestens 70 GW bis 2045 fortschreibt, die Regellaufzeit auf 35 Jahre verlängert und grenzüberschreitende Offshore-Windprojekte erleichtert. Letzteres wird den Druck auf eine weiter steigende Leistungsdichte in der deutschen AWZ senken und die Ertragsperspektiven verbessern.
Beim Ausschreibungsdesign besteht aus Sicht des BWO jedoch weiterhin Änderungsbedarf. Entscheidend ist die tatsächliche Realisierbarkeit der bezuschlagten Projekte. Dafür sind vier Punkte maßgeblich:
CfD-only statt Zweistufenmodell: Zweiseitige CfDs sollten zum Standard werden. Sie senken Erlös- und Finanzierungsrisiken und erhöhen die Realisierungswahrscheinlichkeit.
Wirksame Indexierung: Bei einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren zwischen Ausschreibung und Inbetriebnahme müssen Veränderungen bei Investitions-, Lieferketten- und Finanzierungskosten sachgerecht berücksichtigt werden.
Einmalige Rückgabeoption: Für gefährdete Projekte aus den Ausschreibungsjahren 2023 bis 2025, bei denen noch keine finale Investitionsentscheidung getroffen wurde, braucht es einen geordneten Rückgabemechanismus. Die Flächen sollten anschließend zügig nach den neuen Regeln erneut ausgeschrieben werden.
Verhältnismäßige Sicherheiten und Pönalen: Sicherheiten und Pönalen müssen die wirtschaftlichen Projektrisiken angemessen berücksichtigen und dürfen den Wettbewerb nicht zusätzlich einschränken.
Der indexierte, zweiseitige CfD ist in den wichtigen europäischen Offshore-Windmärkten inzwischen Standard. Ohne ein vergleichbares Modell droht dem deutschen Markt ein Standortnachteil – zulasten der Finanzierbarkeit, der Lieferketten und letztlich der tatsächlichen Realisierung der Ausbauziele.