Mein Job in der Offshore-Windenergie
FOLGE 10 – Viktor Schönknecht, Steelwind
Name
Viktor Schönknecht
Unternehmen
Steelwind Nordenham
Jobtitel
Logistik Operator
Seit wann in der Branche
2019
Standort
Nordenham
Das Interview
1. Wer bist du und was machst du bei Steelwind Nordenham?
Hallo, mein Name ist Viktor Schönknecht, ich bin 32 Jahre alt und arbeite seit 2019 als Logistik Operator bei Steelwind Nordenham. Gemeinsam mit meinem Team sorge ich dafür, dass Materialien, Bauteile und fertige Monopiles sicher und pünktlich von A nach B transportiert werden.
2. Wie bist du zur Offshore-Windenergie und zu deinem Job als Logistik Operator gekommen – und was hat dich daran besonders gereizt?
Meine berufliche Laufbahn begann 2011 mit der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Nach der Ausbildung bin ich zunächst in meinem Ausbildungsbetrieb geblieben und habe mich später nebenberuflich zum Fachwirt für Hafenwirtschaft, Transport und Logistik weitergebildet. Danach war ich auf der Suche nach mehr Verantwortung und neuen Herausforderungen und bin dann auf Steelwind aufmerksam geworden.
Besonders gereizt haben mich die Größe der Projekte und Bauteile. Bis heute motiviert mich vor allem das Team. Wir sind nicht nur Kollegen, sondern oft auch Freunde. Außerdem faszinieren mich die Dimensionen jeden Tag aufs Neue. Das ist alles andere als ein gewöhnlicher Logistikjob.
3. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir in der Monopile-Fertigung aus?
Einen wirklich typischen Tag gibt es bei uns eigentlich nicht. Wir starten jede Schicht mit einer Besprechung, schauen auf den aktuellen Plan und verteilen die anstehenden Aufgaben im Team. Danach werden die Fahrzeuge vorbereitet und die Transporte organisiert. Im Laufe des Tages bewege ich gemeinsam mit meinen Kollegen unterschiedlichste Bauteile und Materialien. Wir kümmern uns nicht nur um die Monopiles selbst, sondern um alles, was schwer ist und bewegt werden muss. Dazu gehören auch Container oder angelieferte Materialien. Obwohl es einen Plan gibt, ändern sich oft kurzfristig Dinge. Deshalb sind gute Kommunikation und gegenseitige Unterstützung besonders wichtig.
4. Gab es ein Projekt, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist – und warum?
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die ersten Transporte eines kompletten großen Monopiles ins Außenlager. Mit Längen von bis zu 120 Metern ist das echte Millimeterarbeit. Gerade die Fahrt über den Deich stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, weil die Schwerlaststraße dort über eine Schräge führt und alles exakt abgestimmt sein muss.
Beeindruckend war auch die erste Verladung eines Monopiles mit besonders großem Durchmesser von 11 Metern. Obwohl man die Größe der Bauteile gewohnt ist, bringen neue Dimensionen immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Wenn dann alles wie geplant funktioniert, ist das ein Moment, auf den man gemeinsam als Team stolz sein kann.
5. Welche Rolle spielt deine Arbeit dafür, dass Monopiles rechtzeitig auf der Baustelle ankommen und ein Offshore-Windpark überhaupt gebaut werden kann?
Unsere Arbeit beginnt praktisch mit der Anlieferung der Bleche und begleitet den gesamten Fertigungsprozess. Ohne die Logistik würden die Produktionsabläufe schnell zum Stillstand kommen, denn nahezu jedes Material und jedes Bauteil muss bewegt werden. Wir sorgen dafür, dass die richtigen Komponenten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und die fertigen Monopiles schließlich ins Lager oder zur Verladung transportiert werden können.
6. Du arbeitest täglich mit großen und schweren Bauteilen: Wie gehst du mit dieser Verantwortung um – und welche Rolle spielt Sicherheit in deinem Alltag?
Sicherheit hat bei uns oberste Priorität. Jeder muss sich bewusst sein, mit welchen Größen und Gewichten wir täglich arbeiten. Deshalb müssen Augen und Ohren immer offen sein und alle Beteiligten eng zusammenarbeiten.
Wichtig sind klare Absprachen, die Einhaltung von Sicherheitsregeln und gegenseitiges Vertrauen im Team. Herausforderungen gibt es natürlich immer wieder, aber durch gute Kommunikation finden wir gemeinsam Lösungen. Gleichzeitig darf man die Dimensionen der Bauteile nie unterschätzen und muss jederzeit konzentriert bleiben.
7. Wie definierst du „schwer“?
Wenn man täglich Bauteile mit bis zu 120 Metern Länge und Gewichten von bis zu 2.800 Tonnen bewegt, verschiebt sich natürlich die Perspektive. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass auch ein Bauteil mit 500 Kilogramm oder einer Tonne sehr schwer ist und denselben Respekt verdient. Egal ob „kleines“ oder großes Gewicht: Man darf nie vergessen, welche Folgen Unachtsamkeit haben kann.
8. Wenn du an einen besonders intensiven Tag denkst: Wie erlebst du die Zusammenarbeit zwischen Logistik, Produktion, Disposition und Qualitätssicherung?
An einigen Tagen zeigt sich besonders, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen ist. Änderungen im Produktionsablauf oder kurzfristige Anforderungen kommen regelmäßig vor. Dann muss schnell reagiert werden. Auch hier hilft vor allem wieder die gute Kommunikation im Team. Wenn alle Hand in Hand arbeiten und offen miteinander sprechen, finden wir auch für schwierige Situationen eine Lösung.
Wenn dir beim Ausfüllen auffällt, dass für deinen Beruf noch ein wichtiger Aspekt fehlt, kannst du das gern in einer zusätzlichen Antwort aufgreifen oder einen eigenen Punkt ergänzen.