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Mein Job in der Offshore-Windenergie

FOLGE 11 – Nicole Zach, Ems Maritime Offshore

Name

Nicole Zach

Unternehmen

Ems Maritime Offshore GmbH

Jobtitel

Port Base Managerin

Seit wann in der Branche

2016

Standort

Sassnitz/ Neu Mukran

Das Interview

1. Wer bist du und was machst du beruflich?

Mein Name ist Nicole Zach und ich arbeite als Port Base Managerin bei der Ems Maritime Offshore GmbH am Standort Sassnitz/Neu Mukran. Ich liebe die Insel Rügen und deshalb ist es für mich etwas ganz Besonderes, direkt an der Ostsee zu arbeiten.

Gemeinsam mit meinem Team kümmere ich mich um unsere Operations and Maintenance Base (O&M Base), für die wir als Vermieter für den Offshore-Windpark Arcadis Ost 1 verantwortlich sind. Darüber hinaus betreuen wir Offshore-Wind-Projekte und deren Schiffseinheiten in der Ostsee als deren Agenten.

Besonders schätze ich die unmittelbare Nähe zur Ostsee, zu unseren Schiffen und zu unseren Kunden, die gleichzeitig von kurzen Wegen und direkten Ansprechpartnern vor Ort profitieren.

Erster Anlauf der „Norside Cetus“ in Sassnitz, Quelle: Ems Maritime Offshore
2. Wie hat es dich in die Offshore-Windbranche und in die Rolle als Port Base Managerin geführt?

Mein Weg in die Offshore-Windbranche begann 2016 im Hafen „Mukran Port“ auf der Insel Rügen, wo ich nach ersten Erfahrungen im Hafenumfeld mehrere Jahre als Hafenagentin tätig war. In dieser Zeit konnte ich verschiedene Offshore-Wind-Projekte begleiten. Ein besonderer Meilenstein war meine Tätigkeit als Site Managerin im Netzanbindungsprojekt „Ostwind 2“ in der Ostsee, bei der mir klar wurde, dass ich langfristig Teil dieser Branche sein möchte.

Als sich bei Ems Maritime Offshore die Möglichkeit ergab, die O&M Base in Sassnitz aufzubauen und den Agency-Bereich zu etablieren, musste ich nicht lange überlegen. Für mich war es die Chance, meine Erfahrungen einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig etwas Neues mitzugestalten.

Pakete für Schiffe
Anlieferungen von z.B. Materialien für Schiffe
Agentin im Logistikalltag
3. Dein Arbeitsalltag – Wenn wir dich begleiten würden: Was passiert bei dir vom ersten Kaffee bis Feierabend?

Kein Tag ist wie der andere. Der erste Kaffee wird meist von einem Blick in die Postfächer begleitet, denn über Nacht kann bereits einiges passiert sein. Meldet sich kurzfristig ein Schiff an oder wird in einem Offshore-Wind-Projekt spontan Unterstützung benötigt? Dann heißt es: schnell organisieren, Prioritäten neu setzen und Lösungen finden. Dazu kommen unsere Laufkundschaft und immer wieder unerwartete Herausforderungen, sodass man morgens selten genau weiß, wie sich der Tag entwickeln wird. Genau diese Dynamik, die Nähe zu spannenden Offshore-Projekten und das gemeinsame Finden von Lösungen machen meinen Job für mich so abwechslungsreich.

Port Call der „Blue Tern", Quelle: Ems Maritime Offshore
4. Du bist mit deinem Team die Drehscheibe zwischen Hafen, Schiffen und Offshore-Projekten – was macht deinen Job dabei besonders spannend?

Besonders spannend sind für mich und mein Team die intensiven Projektphasen, in denen viele Fäden gleichzeitig bei uns zusammenlaufen. Noch bevor ein Schiff im Hafen festmacht, kümmern wir uns um Behördenmeldungen, Genehmigungen und alle notwendigen Vorbereitungen. Anschließend koordinieren wir unter anderem den Crewchange, also den Schichtwechsel des Personals auf den Anlagen und Service-Schiffen, die teilweise bis zu 14 Tage am Stück auf See sind. Dazu kommen Anlieferungen und kurzfristige, dringende Anfragen, auf die wir schnell reagieren müssen. Dabei binden wir unsere Dienstleister eng ein und setzen je nach Schiffsgröße, Projektanforderungen und geplanter Aktivität die richtigen Prioritäten. Diese Mischung aus Planung, Organisation und spontaner Problemlösung ist genau das, was ich an meiner Arbeit besonders schätze.

EMO O&M Base in Sassnitz/Mukran; Quelle: Ems Maritime Offshore
Betriebsgebäude „Arcadis Ost 1“ , Quelle: Ems Maritime Offshore
5. Gab es ein Projekt oder eine Situation, an die du dich besonders gern erinnerst?

Besonders gerne erinnere ich mich an einen kurzfristigen Einsatz mit dem Jack-Up-Vessel „Wind Osprey“ von Cadeler in Mukran. Solche Spezialschiffe werden bei Offshore-Windprojekten eingesetzt, zum Beispiel um Windenergieanlagen auf See zu installieren. Dafür kann sich das Schiff mit großen Standbeinen auf dem Meeresboden abstützen und so wie eine stabile Arbeitsplattform arbeiten. Die Entscheidung für den Einsatz fiel an einem Freitag, und schon am nächsten Tag lief das Schiff im Hafen ein. Für einen Einsatz dieser Größenordnung ist das außergewöhnlich schnell, denn normalerweise brauchen Genehmigungen und Logistik deutlich mehr Vorlauf.

Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Hafen, den Behörden und unseren Dienstleistern konnten wir innerhalb kürzester Zeit alles organisieren und die Projektladung entladen. So konnten die Arbeiten am Offshore-Windpark wie geplant weitergehen. Solche Situationen zeigen mir immer wieder, was möglich ist, wenn ein starkes Team, ein verlässliches Netzwerk und gute Zusammenarbeit zusammenkommen – gerade dann, wenn es schnell gehen muss.

Team „EMO Mukran“ bei Ausstellung/Messe ,Quelle: Ems Maritime Offshore
6. Welche Ausbildung oder Erfahrungen helfen dir heute am meisten in deinem Job als Port Base Managerin?

Meine Ausbildung zur Bürokauffrau hat sicherlich den Grundstein für meinen heutigen Job gelegt. Mindestens genauso wichtig waren aber die vielen Projekte und die Menschen, die mich auf meinem beruflichen Weg begleitet, gefordert und gefördert haben. Dabei habe ich unglaublich viel gelernt, manchmal auch durch Fehler. In unserem Arbeitsalltag bleibt oft nicht viel Zeit, lange zu überlegen, deshalb habe ich gelernt, pragmatisch zu handeln, Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen. All diese Erfahrungen haben mich auf meinem Weg geprägt und helfen mir heute in meiner Rolle als Port Base Managerin.

Spontane Demob der „Wind Osprey“ ; Quelle: Ems Maritime Offshore
7. Viele Prozesse bei euch laufen im Hintergrund – warum ist ein gut organisiertes Port Base Management für Offshore-Windparks unverzichtbar?

Ein reibungsloser Ablauf auf See beginnt mit einer guten Organisation an Land. Die neue Crew muss rechtzeitig vor Ort sein, Material und Lieferungen müssen ihren Weg an Bord finden und alle behördlichen Formalitäten abgeschlossen sein. Gerät nur einer dieser Abläufe ins Stocken, kann sich der gesamte Projektablauf verschieben und hohe Folgekosten verursachen. Viele sehen am Ende nur das Schiff im Hafen, wir sehen die zahlreichen Schritte im Hintergrund, die notwendig sind, damit es pünktlich wieder in Richtung Windpark auslaufen kann. Genau darin liegt für mich die Bedeutung eines gut organisierten Port Base Managements.

8. Ihr betreut nicht nur die Schiffe, sondern auch das Betriebsgebäude für Parkwind und Vestas – welche Rolle spielt dieser Standort für den laufenden Windparkbetrieb?

Unser Standort ist das Herzstück des täglichen Windparkbetriebs an Land. Parkwind und Vestas nutzen unsere Gebäude als festen Arbeits- und Logistikstandort mit speziell für ihre Anforderungen optimierte Lagerflächen. Durch unsere zwei direkt angrenzenden Liegeplätze sind die Wege für Techniker, Logistiker und Crews vom Büro oder Lager bis aufs Schiff besonders kurz. Gleichzeitig begleiten wir Vestas als Port & Logistics Partner und unterstützen d bei vielen organisatorischen und operativen Themen im Hintergrund. Dass wir alle unter einem Dach arbeiten, schafft kurze Abstimmungswege und ein vertrauensvolles Miteinander, sodass wir Herausforderungen gemeinsam schnell und pragmatisch lösen können.

Crew Transfer Vessel (CTV) WINDEAone von EMO im Einsatz; Quelle: Ems Maritime Offshore

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