Mein Job in der Offshore-Windenergie

FOLGE 1 – Hanna Bomm, Buss Ports

Name

Hanna Bomm

Unternehmen

Buss Ports (Buss Offshore Solutions GmbH & Co. KG)

Jobtitel

Managerin Project Management Office (PMO)

Seit wann in der Branche

13 Jahre

Standort

Hamburg

Das Interview

1. Zum Einstieg: Wer bist du und was machst du bei Buss Ports?

Hallo, mein Name ist Hanna Bomm, ich bin Manager Project Management Office bei Buss Offshore Solutions GmbH & Co. KGin Hamburg. In meiner Rolle behalte ich den Überblick über die von Buss Ports gemanagten Offshore-Projekte, koordiniere die Ressourcenplanung und bilde die Schnittstelle zwischen unseren Terminals und den ProjektteamsAußerdem übernehme ich Teilprojekte im Rahmen eines großen Base Harbour Projekts und unterstütze so die erfolgreiche Umsetzung unserer Vorhaben.

2. Wie hat dich dein Weg in die Offshore-Windbranche geführt – und was hat dich an der Branche gereizt? 

Mein Weg in die Offshore-Windbranche begann während meines Masterstudiums „Maritime Management“. Schon damals haben wir uns in verschiedenen Projektarbeiten intensiv mit Themen der Offshore-Windbranche beschäftigt. Dadurch wurde mein Interesse geweckt und ich habe mich für eine Werkstudentenstelle in der Offshore-Windbranche entschieden. Mit meiner Masterarbeit, über die Funktion von Basishäfen, konnte ich schließlich als Project Manager bei meinem heutigen Arbeitgeber Buss Ports einsteigen. 

Seitdem sind mehr als 12 Jahre vergangen und die Faszination für Offshore-Wind ist geblieben. Kein Arbeitstag gleicht dem anderen: Wir betreuen unterschiedliche Fundament- und Anlagenprojekte, arbeiten an verschiedenen Hafenstandorten mit ganz unterschiedlichen infrastrukturellen Voraussetzungen und stellen uns immer wieder auf neue Kundenanforderungen sowie unterschiedliche Vertragsmodelle ein. Genau diese Vielfalt und die Möglichkeit, immer wieder neue Lösungen zu entwickeln, macht die Arbeit für mich bis heute spannend.

Baustart Offshore-Windpark He Dreiht ©Weltenangler for EnBW
3. Wenn wir dich an einem typischen Arbeitstag begleiten würden: Was würden wir erleben? 

Einen typischen Arbeitstag gibt es für mich eigentlich nicht. Mein Arbeitsalltag richtet sich immer nach der aktuellen Projektphase. Während der Vertragsverhandlungsphase stehen viele Abstimmungstermine und Gespräche mit unseren Kunden im Mittelpunkt. In der Projektvorbereitung koordiniere ich die Schnittstellen zwischen Kunden, Subdienstleistern und unserem Projektteam, und behalte gleichzeitig die Auslastung unserer Teammitglieder im Blick. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass die Lagerung, der Umschlag sowie der Transport von Fundamenten und Komponenten für Offshore-Windenergieanlagen reibungslos vorbereitet werden. 

Mit Beginn der Projektausführung verlagert sich mein Arbeitsplatz regelmäßig auf das Terminal. Dort begleite ich vor Ort die Load-ins und Transporte, unterstütze bei kurzfristigen Anpassungen der Dokumentation und stehe für Detailfragen zu den Prozessabläufen zur Verfügung. Gerade dieser Wechsel zwischen strategischer Projektarbeit im Büro und der operativen Umsetzung vor Ort macht meinen Arbeitsalltag besonders abwechslungsreich. 

Baustart Offshore-Windpark He Dreiht ©Weltenangler for EnBW
4. Was macht deinen Beruf als Manger Project Management Office besonders – gerade mit Blick auf große Hafen- und Offshore-Logistikprojekte?

Was meinen Beruf besonders macht, ist die Vielfalt der Anforderungen einer sich stetig weiterentwickelnden Offshore-Windbranche. Unsere Hafenstandorte verfügen über unterschiedliche Infrastrukturen und jedes Offshore-Wind-Projekt bringt individuelle Anforderungen mit sich. So werden die Offshore-Windparks immer größer. Die Anzahl und Dimensionen der zu bewegenden Komponenten nehmen kontinuierlich zu. Standardlösungen gibt es deshalb nur selten. Stattdessen entwickeln wir für jedes Projekt ein passendes Konzept, das die Anforderungen an Logistik, Flächenplanung und Projektsteuerung mit den Gegebenheiten vor Ort in Einklang bringt. 

Eine weitere Besonderheit ist die Projektsteuerung und Ressourcenplanung. Gerade bei mehreren parallellaufenden Projekten an unterschiedlichen Standorten befinden sich die Projekte häufig in verschiedenen Phasen und benötigen unterschiedlich viele personelle Ressourcen. Das erfordert ein hohes Maß an Planung, Weitsicht und Flexibilität, um sowohl den Anforderungen unserer Kunden als auch den Kapazitäten unseres Teams gerecht zu werden. 

Genau deshalb ist es entscheidend, Projekte vorausschauend zu planen, Ressourcen optimal einzusetzen und gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu entwickeln, die sowohl effizient als auch zuverlässig funktionieren.  

5. Welche Rolle spielen deine Projekte ganz konkret beim Bau und Betrieb von Offshore-Windparks? 

Unser Team von Buss Ports kommt bereits lange vor der eigentlichen Offshore-Installation ins Spiel. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Fundamente und Komponenten für Offshore-Windenergieanlagen am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und in der richtigen Reihenfolge für den Transport auf See bereitstehen. Dafür entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden die passenden Logistik- und Flächenkonzepte und übernehmen auf Wunsch auch das Projektmanagement für die gesamte Hafenlogistik. 

Unsere Kunden erhalten bei uns nicht nur Terminalflächen, sondern ein ganzheitliches Konzept. Das umfasst : Konsolidierung, Vormontage, Zwischenlagerung und Bereitstellung der Komponenten sowie die Koordination mit den zuständigen Behörden. Darüber hinaus greifen wir auf ein eingespieltes Netzwerk aus Dienstleistern und umfassende Engineering-Expertise zurück, um für jedes Projekt die passende Lösung zu entwickeln. 

Ohne diese sorgfältige Planung und Koordination würden die Abläufe im Hafen und damit auch die Offshore-Installation deutlich komplexer und weniger effizient werden.

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Ob Fundamente, Schwerlastkräne oder Spezialschiffe – im Hafen laufen die Fäden zusammen
6. Gab es ein Projekt oder einen Moment, an den du besonders gerne zurückdenkst?

Am liebsten denke ich an die Projekte zurück, die die größten Herausforderungen mit sich gebracht haben. Gerade sie haben mich fachlich und persönlich am meisten weitergebracht. Besonders bei denProjekten aus meiner Anfangszeit hab ich gelernt, auch in anspruchsvollen Situationen den Überblick zu behalten, Prioritäten richtig zu setzen und gemeinsam mit dem Team Lösungen zu entwickeln. 

Heute gehe ich neue Aufgabenstellungen deutlich ruhiger und gelassener an, weil ich weiß, dass sich auch komplexe Herausforderungen mit einer guten Planung, einer engen Zusammenarbeit und der richtigen Herangehensweise lösen lassen. Diese Erfahrungen begleiten mich bis heute und helfen mir dabei, jedes neue Projekt mit der nötigen Sicherheit und Weitsicht anzugehen. 

7. Wie bist du zu deiner heutigen Rolle bei Buss Ports gekommen?

Mein Weg zu Buss Ports begann bereits während meines Studiums. Nach meinem Nautikstudium habe ich einen Master in „Maritime Management“ absolviert und bin über meine Bachelorarbeit zu Buss Ports gekommen. Dort hatte ich die Möglichkeit, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dazu gehörten unter anderem ein berufsbegleitender MBA in „Maritime Management“ sowie die Teilnahme am unternehmensinternen Talentprogramm. 

Für meine heutige Rolle sind sowohl mein maritimer Hintergrund als auch meine praktische Erfahrung im Projektmanagement wichtig. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass es nicht den einen klassischen Weg in eine Position wie meine gibt. Gerade bei Buss Ports arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen zusammen. Genau diese Vielfalt zeichnet unser Team aus.  

Baustart Offshore-Windpark He Dreiht ©Weltenangler for EnBW
8. In deinen Projekten kommen viele Akteure zusammen – von Bauunternehmen über Technik und IT bis hin zu Behörden und Offshore-Kund:innen. Wie hältst du all diese Fäden zusammen, vor allem wenn es eng wird bei Zeit, Budget oder Risiken? 

Ich versuche bewusst, eine Art Vogelperspektive einzunehmen, um Herausforderungen ganzheitlich zu betrachten und fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Kunden, Projektpartnern und Fachbereichen hat mich gelehrt, auch in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren und den Überblick zu behalten.  

Gerade in unseren Projekten kommt es immer wieder vor, dass bereits geplante Abläufe oder Konzepte kurzfristig angepasst beziehungsweise komplett neu geplant werden müssen. Mittlerweile sehe ich solche Situationen als Teil des Projekts und konzentriere mich darauf, gemeinsam mit allen Beteiligten die beste Lösung zu finden. Deshalb sind für mich eine strukturierte Arbeitsweise, eine offene Kommunikation und gleichzeitig die notwendige Flexibilität entscheidend. So gelingt es, auch unter Zeitdruck Lösungen zu finden, ohne Sicherheit, Qualität oder Umweltauflagen aus dem Blick zu verlieren.

Ob Fundamente, Schwerlastkräne oder Spezialschiffe – im Hafen laufen die Fäden zusammen
9. Welchen Tipp würdest du Menschen geben, die in die Offshore-Windbranche einsteigen möchten – vielleicht mit Interesse an Projektmanagement oder Hafenlogistik?

Mein Rat ist, offen für neue Herausforderungen zu sein und den Mut zu haben, Verantwortung zu übernehmen. Ich wurde damals selbst ins kalte Wasser geworfen und durfte früh eigenständig Teilprojekte betreuen. Rückblickend hat mich genau das fachlich und persönlich weitergebracht. 

Ein gutes Zeitmanagement, eine strukturierte Arbeitsweise, Kommunikationsstärke und eigenverantwortliches Arbeiten sind dabei wichtige Voraussetzungen. Gleichzeitig sollte man sich nie scheuen, Fragen zu stellen. Nur so entwickelt man sich weiter und sammelt wertvolle Erfahrungen. Bei Buss Ports bekommt man früh die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und genießt dabei großes Vertrauen. Wer diese Chance nutzt und sich für abwechslungsreiche Projekte begeistert, findet in der Offshore-Windbranche ein spannendes und vielseitiges Arbeitsumfeld.  

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