Kleine Luftblasen unter Wasser zu erzeugen, die einen Teil des Schalls schlucken, ist die derzeit gebräuchlichste Schallschutzmaßnahme in Deutschland. Es gibt sie in einfacher und doppelter Ausführung (single Big Bubble Curtain – BBC; double Big Bubble Curtain – DBBC). Dabei wird in relativ weitem Abstand um die Rammstelle ein bzw. zwei Schlauch- oder Rohrsysteme am Meeresboden verlegt, die aufsteigende Blasen aussendenIn der kleineren Variante – dem sogenannten kleinen Blasenschleier – liegen mehrere Ringe unmittelbar um den Rammpfahl und erzeugen die LuftblasenWill man die Luftblasen auch noch unabhängig von Unterwasserströmen aufsteigen lassen, kann ein geführter Blasenschleier eingesetzt werden. Dabei steigen die Luftblasen entlang einer Membran oder einer Wand empor. 

Nach bisherigen Erfahrungen können bei einem doppelten Blasenschleier (DBBC) 15 bis 16 Dezibel bei Wassertiefen um die 40 Meter eingespart werden. Wieviel Lärmeingedämmt werden kann, entscheiden jedoch auch Faktoren wie die Lochgröße der Düsen in den Schläuchendie verwendete Luftmenge und der Abstand sowie die Länge der Düsenschläuche. 

Der Hydroschalldämpfer kommt in Deutschland in Kombination mit einem einfachen oder doppelten großen Blasenschleier zum Einsatz. Das HSD-System besteht aus einem Netz mit Schaumstoffelementen in verschiedenen Größen. Jedes dieser HSD-Elemente ist auf unterschiedliche Frequenzen abgestimmt. Dadurch können sowohl hohe als auch tiefe Geräusche bei unterschiedlichen Meerestiefen abgefangen werden. Anders als bei Blasenschleiern können beim Hydroschalldämpfer so die Form, Größe, Anzahl und Anordnung der künstlichen Luftblasen genau eingestellt werden. 

Bisher wurde dieses Schallschutzsystem serienmäßig bei Monopile-Rammungen in Nord– und Ostsee angewendetBis zu zehn Dezibel können damit jeweils pro Rammung eingespart werden. 

Wenn größere Pfahlkaliber von bis zu acht Meter Durchmesser in den Meeresboden getrieben werden müssenwird der Hydroschalldämpfer meist mit einem doppelten Blasenschleier kombiniert. In der Nordsee konnten die Bauarbeiten damit schon um bis zu 18 bis 19 Dezibel leiser von statten gehen. In der deutschen Ostsee wurde diese Kombination erst einmalig eingesetzt. In der deutschen Ostsee variierten die Schallminderungen stärker, was an anderen Meeresbodeneigenschaften liegen kann, meinen Experten des Instituts für technische und angewandte PhysikDazu gibt es in der Ostsee noch nicht so viele Versuche. Allerdings wird vermutet, dass dort mehr Schall reduziert werden kann, da die Ostsee weniger Strömungen führt. 

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